Was ist Multimedia ? Multimedia bedeutet sicherlich nicht nur das Surfen im Internet oder eine Aneinanderreihung verschiedener Medien mit interaktiven Zugriffsmöglichkeiten. Mit diesem in letzter Zeit arg strapazierten Begriff wird eine ganz neue Technologie mit wachsender wirtschaftlicher Bedeutung bezeichnet, die zunehmend nicht nur die gesamte Medienlandschaft verändert, sondern auch nachhaltig die Informations- sowie Lehr- und Lernprozesse beeinflußt.

Wirtschaft, Politik und andere bildungsfördernde Institutionen haben mittlerweile erkannt, daß der Entwicklung und Förderung des Einsatzes neuer Medien in der heutigen Zeit eine zentrale Bedeutung zukommt. Neue Informations- und Kommunikationstechnologien und die damit verbundenen neuen Nutzungsformen entwickeln sich national wie international mit rasanter Geschwindigkeit. So hat schon im Juli 1996 die Task-Force Multimedia und Lernprogramme, eine Sonderkommission der Europäischen Gemeinschaft, in ihrem Arbeitsbericht unter der Überschrift Kooperation für eine bessere Qualität und eine größere Verbreitung des Multimedia vermerkt: "Die Zusammenarbeit von Herstellern (...) wird es erlauben, einen Vorteil aus dem linguistischen und kulturellen Reichtum Europas zu ziehen und ihn dank der kommerziellen Macht der großen europäischen Verlags- und Kommunikationskonzerne über die Grenzen hinaus zu verbreiten."

Qualifiziertes Beschäftigungspotential mit multimedialer Kompetenz wird demnach in zunehmendem Maße gebraucht, nicht zuletzt um mit der internationalen Konkurrenz Schritt halten zu können. Zudem ist diese Zusatzqualifikation in der heutigen Zeit nicht ausschließlich speziell für die Multimediabranche sondern für viele Berufsfelder wichtig geworden und wird in naher Zukunft noch weitaus größere Bedeutung erlangen. Die Beherrschung und die sinnvolle Nutzung multimedialer Kommunikationstechnologien wird zunehmend zur Schlüsselqualifikation in den technischen Berufen. Bis zum Jahr 2001 seien bis zu 280.000 zusätzliche Arbeitsplätze denkbar - so heißt es in der vom BMBF bestellten Studie, deren Ergebnisse Anfang September vom Bundesforschungsminister Rüttgers vorgestellt wurde (http://www.iid.de/bah/BAH_einfuehrung.html).

Enorme Chancen bieten sich insbesondere Frauen in dem prosperierenden Wirtschaftszweig Multimedia, denn ihr eher durch Skepsis geprägter, nachfragender Umgang mit neuen Medien prädestiniert sie für deren professionelle Anwendung ebenso wie für die anstehenden Weiterentwicklungen im Bereich multimedialer Technologie.
Aus genannten Gründen werden auch die Themen Aus- und Weiterbildung in Zusammenhang mit der daran anschließenden Karriereplanung und -gestaltung mittlerweile nur noch in einem Atemzug mit dem Thema der multimedialen Kompetenz genannt. Es ist daher selbstverständlich, daß sich in verstärktem Maße die Hochschulen den Ausbildungs-anforderungen dieser neuen multimedialen Informationsgesellschaft stellen müssen.


 Gudrun Breitzke - September 1998